Projekt Kinderonkologie Essen

Aktuelles Vorhaben und Haupt-Projekt

 

Universitäts-Professor Dr. med. Dirk Reinhardt

Antragstitel: Körperliche Aktivität und Bewegungstherapie in der Kinderonkologie

 

Antragsteller/in: Prof. Dr. Dirk Reinhardt (Direktor der Kinderklinik III, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Essen) und Dr. Miriam Götte (Sportwissenschaftlerin Kinderklinik III, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Essen)

 

Inhaltliche Zusammenfassung des beabsichtigten Vorhabens

Hintergrund: Eine Krebserkrankung im Kindes- und Jugendalter ist für die betroffenen jungen Patienten sowohl körperlich als auch psychisch sehr belastend. Durch die intensive medizinische Therapie können heutzutage die meisten Kinder langfristig geheilt werden, jedoch ist sie mit vielen unerwünschten negativen Auswirkungen assoziiert. Zu diesen negativen Folgen gehören unter anderem auch die Abnahme der körperlichen Fitness und Muskelmasse und eine starke Reduzierung des Wohlbefindens und der Lebensqualität. Durch eine ausgeprägte Inaktivität während der Therapie, die auch in wissenschaftlichen Studien gezeigt wurde (Winter et al. 2009; Götte et al. 2014), werden diese Probleme weiter verstärkt. Besonders während der stationären Aufenthalte sind die erkrankten Kinder, deren gleichaltrige Peers sich normal bewegen und im Schul- und Vereinssport ihre motorische Entwicklung fördern können, fast ausschließlich im Bett. Laut einer Studie stehen 50% der Kinder und Jugendliche während der stationären Aufenthalte täglich weniger als 1 Stunde aus dem Bett auf (Götte et al. 2014). In der Folge ist die Motorik und Fitness am Ende der intensiven Therapie stark beeinträchtigt, wodurch auch die Reintegration in den Alltag erschwert wird. Häufig zeigen sich persistierende Probleme sogar noch viele Jahre nach Abschluss der intensiven Therapie.

In den vergangenen Jahren konnte belegt werden, dass angeleitete Sportinterventionen während der stationären und ambulanten Therapie machbar sind und von den Kindern und Jugendlichen sehr gut angenommen werden. Vereinzelte Studien konnten auch bereits positive Effekt der Sportinterventionen auf physische und psychische Parameter nachweisen (Braam et al. 2016; Baumann et al. 2013). Dieses betrifft die Erfahrung der Selbstbestimmung und Selbstbestätigung der eigenen Fähigkeiten in einer sonst durch Erkrankung und Therapie weitgehend fremdbestimmten Situation. In der Pädiatrischen Hämatologie und Onkologie der Kinderklinik III in Essen wird seit einigen Monaten die Sport- und Bewegungstherapie für an Krebs erkrankte Kinder systematisch aufgebaut. Für diesen Arbeitsbereich sind sowohl weitere Personal-, als auch Sachmittel notwendig um die vielen Patienten mit ihren komplexen Problemen sporttherapeutisch zu betreuen und im Rahmen von Forschungsprojekten zu begleiten.

 

Ziele: Die beiden Hauptziele des hier beantragten Projektes sind          
A) die Durchführung der Sporttherapie als Versorgungsangebot auf der Station und in der Ambulanz und         

B) die wissenschaftliche Evaluation des körperlichen Aktivitätslevels nach Abschluss der Therapie.

 

Methode:

A) Kindern und Jugendliche, die wegen einer Leukämie oder einer Krebserkrankung in der Universitätskinderklinik behandelt werden, an 2-3 Nachmittagen der Woche ein individualisiertes Bewegungsprogramm angeboten werden. Eine ausgebildete Sportwissenschaftlerin sucht die Patienten einzeln auf ihren Zimmern auf, und nach vorheriger Rücksprache mit dem ärztlichen Team, erfolgt eine Intervention, die täglich neu an den Allgemeinzustand der Kinder angepasst wird. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Trainingsinhalte, die je nach Voraussetzung von sehr leichter Mobilisierung, über moderat intensive Spiel- und Bewegungsformen bis hin zu intensiverem Training reichen können (siehe Abb. 1). Der Erfahrung nach erfolgen die meisten Interventionen mit einer Dauer von 10-30 Minuten im Patientenzimmer. Bei guten Allgemeinzustand können Trainingsräume außerhalb der Station (Bewegungsraum der Physiotherapie, Fitnessraum im Operativen Zentrum 1 oder Trainingsraum im Westdeutschen Tumorzentrum) aufgesucht werden, und die Intervention kann dann bis zu 60 Minuten andauern.

Neben der Anleitung und Durchführung der Bewegungstherapie mit den Patienten während der intensiven Therapie, wird der Sportwissenschaftler in die bestehenden und wachsenden Projekte für Nachsorgepatienten eingebunden. Hierzu gehören die Organisation und Begleitung von Schnuppertagen/-wochenenden und Freizeiten für sportartspezifische Angebote (Windsurfen/Paddeln/Segeln, Flaschentauchen, Klettern, Skifahren) in Kooperation mit der Fakultät für Sportwissenschaft der Ruhr Universität Bochum.

 

Ältere Aktivitäten der 12 Zylinder:

Scheckübergabe von 15.000 €

Die 12 Zylinder 90 e.V. sind unabhängig, überparteilich und nicht konfessionell gebunden. Sie stehen Angehörigen aller Kulturen, Rassen und Glaubensrichtungen offen. Wir stehen für die Einhaltung von ethischen Normen in allen Berufen, und bemühen uns zu einem friedlichen Miteinander auf der Welt beizutragen. Über die regelmäßig stattfindenden Benefiz Veranstaltungen in Erkelenz stellen wir Soziales und Kulturelles in den Mittelpunkt, und ermöglichen darüber Hilfe für diejenigen, denen es weniger gut geht in unserer Gesellschaft .

Hauptempfänger der letzten Jahre war die „Hilfe für krebskranke Kinder Aachen e.V.“

Zusätzlich die  „Walter und Elfriede Meyer Stiftung Erkelenz“, und das Hospiz in Erkelenz. Es werden mit den gesammelten Spenden aber auch verschiedene Einzelprojekte gefördert. Das Gesamtspendenaufkommen der letzten 12 Jahre beläuft sich auf über 600.000,00 €, die für den „Guten Zweck“ zusammengebracht wurden.

An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an die Sponsoren und Helfer.

An jedem zweiten Dienstag des Monats halten wir unsere Meetings in wechselnden Lokalen des Erkelenzer Landes ab.

 

Einblicke der Kinderkrebsklinik Aachen: